| Eine Wette, die ich gerne verloren habe |
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Womit Alles anfing: Reinhard Scharnagl fragte im CSE-Forum. Hallo Forum, mich bewegt schon länger eine Frage, die möglicherweise formal bereits geklärt ist. Der Sinn der 50-Züge-Regel liegt doch wohl darin, dass wenn es zu einer unwiderruflichen Veränderung auf dem Brett gekommen ist, die Zählung für die Feststellung eines Remis neu aufsetzt. Nun kommt es bei einer Rochade ebenfalls zu einer solchen irreversiblen Änderung, allein schon, da das Rochaderecht der betroffenen Seite erlischt. Wird also diese 50-Züge-Zählung auch bei Rochadezügen zurückgesetzt, oder nur bei Bauern- und Schlagzügen? Ist die Antwort eindeutig oder strittig?
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Ich antwortete .... Lieber Reinhard! Es kann keinen Zweifel geben: Die Rochade verändert die Stellung irreversibel, stellt also einen unumkehrbaren "Fortschritt" in der Partie dar. Das gilt dann allerdings auch für einen Zug des Königs oder eines Turms, durch den ein oder beide Rochaderechte verloren gehen. Ich vermute, dass man diesen Fall schlicht und einfach deshalb nicht in die Schachregeln aufgenommen hat, weil er in der Praxis nicht vorkommt. Ich kann mir keine Partie vorstellen, in der nach der Rochade 50 Züge lang kein Bauer mehr bewegt und keine Figur mehr geschlagen wird. |
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..... und kam auf die Idee mit der Wette. 1. Gesucht wird aus öffentlich zugänglichen Datenbanken eine Partie, die wegen der 50-Zügeregel(!) remis endete und in der mindestens eine Seite innerhalb der letzten 50 Züge rochiert hat. 2. Alternativ wird eine konstruierte Partie (nicht Stellung!) gesucht, in der nach der letzten Rochade von Weiß oder Schwarz 50 Züge lang kein Bauer bewegt und keine Figur geschlagen wird. Der Erste, der im CSE-Forum eine solche Partie postet, gleichgültig ob sie zur ersten oder zweiten Kategorie gehört, bekommt von mir eine Schach-CD seiner Wahl im Wert von maximal 50 Euro. Zwei Bedingungen muss ich allerdings stellen, um triviale Lösungen auszuschließen: Entweder: Die Partie muss in einer öffentlich zugänglichen Datenbank zu finden sein. ("Öffentlich zugänglich" bedeutet nicht "kostenlos"!) Eine Quellenangabe ist notwendig. Oder: Bei konstruierten Partien darf Fritz 8.0.0.8 mit 128 MB Hashtables und allen 3-,4- und 5-Steinern bei einer Fehlersuche von 1 min auf meinem AMD 1200C keine Abweichung über 0,33 Bauerneinheiten ausgeben. |
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Die Datenbanken warfen keine Lösung aus. Dieter Bürßner, der Programmierer von Yace, schickte mir folgende eMail, die ich mit seiner Genehmigung auszugsweise veröffentliche: 15:40 - Start der Suche in
einer PGN-Datenbank mit 2.8 Millionen Partien [Event "Reykjavik op"] 1.d4 Nf6 2.c4 g6 3.Nc3 Bg7
4.e4 O-O 5.Nge2 d6 6.Ng3 e5 7.d5 c5 8.Be2 Na6 Ich vermute, 50 Züge werden nicht erreicht. Grüße, Anmerkung: Da 16.f3 der letzte
Bauernzug war, sind es also insgesamt 69 Halbzüge ohne Bauern-
und Schlagzug! |
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Aber es wurde ja nach einer Remispartie gesucht! Auch die fand Dieter unter 2,8 Millionen!
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Nach nur 9 Stunden war die Lösung gefunden! Herzlichen Glückwunsch an Dieter Bürßner! Auf den Preis hat er persönlich verzichtet und ihn einer von ihm sehr geschätzten Person geschenkt! |